|
|
|
Funktionelle Magnetresonanz-Tomografie (fMRT)
Mit der fMRT lässt sich über hirnlokale Blutfluss- und Blutoxygenierungsänderungen eine Beziehung zwischen kognitiven Prozessen und den zugrunde liegenden Hirnstrukturen herstellen. Dabei macht man sich die Tatsache zu Nutze, dass bei vornehmlich T2*-gewichteten MR-Verfahren Hämoglobin im deoxygenierten Zustand ein endogenes Kontrastmittel darstellt. Im Gegensatz zum diamagnetischen Oxyhämoglobin führt das paramagnetische Deoxyhämoglobin zu lokalem Signalverlust im MR-Bild. Diese Eigenschaft kann sowohl in gesunden Probanden als auch in Patienten zur Darstellung der Hirnfunktion genutzt werden.
Während kontinuierlicher Bildakquisition werden abwechselnd eine Kontroll- (grau) und eine Stimulationsbedingung (Schachbrettmuster) dargeboten.
Abb.2: Die visuelle Stimulation führt zu zeitlich korellierten Signaländerungen im
Abb.3: Darstellung der Aktivierungen nach visueller Stimulation im dreidimensionalen
Abb.4: Retinotope Kartierung: Identifizierung einzelner visueller Areale im okzipitalen Kortex. Einen methodischen Schwerpunkt stellt in der Forschungsgruppe die simultane Anwendung der fMRT mit anderen in den klinischen Neurowissenschaften wichtigen Verfahren dar. So wird die fMRT unter anderem kombiniert mit der transkraniellen Magnetstimulation (TMS, Abb.5), der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS, Abb.6), peripherer elektrischer Stimulation (Abb.5), der Elektroencephalografie (EEG) und der Elektromyelografie (EMG).
Abb.5: Aktivierung motorischer Hirnareale nach (von rechts nach links) einer komplexen Fingerbewegung, einer einfachen Daumenbewegung, einer elektrischen Stimulation des Nervus medianus, sowie der Stimulation durch überschwellige und unterschwellige TMS (Kessler et al. Proc. Intl. Soc. Mag. Reson. Med. 14 (2006), p 380).
Abb. 6: Modulation der Signaländerungen im supplementär motorischen Areal (SMA) nach einer Fingerbewegungsaufgabe (ft) durch gleichzeitige anodale tDCS (Antal et al. Neuroimage 2011). Neben der klassischen T2*-gewichteten BOLD-fMRT werden auch neuartige kontrastmittelgestützte Verfahren zur Messung von zerebralen Blutvolumen (CBV)-Änderungen eingesetzt (Abb.7). Hiermit soll insbesondere das genaue Zusammenspiel von hämodynamischen und metabolischen Prozessen, welche in einer BOLD-Signaländerung resultieren, aufgeklärt werden.
Abb. 7: T1-gewichtete Aktivierungskarte in sagittaler Schnittebene nach visueller Stimulation (links) und zugehöriger Signalintensitätszeitverlauf (rechts). Durch vorherige Injektion eines Kontrastmittels wird die stimulusassoziierte Veränderung des lokalen Blutvolumens messbar (Dechent et al., J Cereb Blood Flow Metab 2011). |
|
|